Allgemein verfügt Schottland heute über den größten Rotwildbestand Europas, der auf über 250.000 Stück geschätzt wird. Der schottische Rothirsch ist bedeutend schwächer als das Rotwild vom europäischen Festland. Die karge Äsung des meist nur mit Heide bedeckten Hochlandes bringt niedrige Wildbretgewichte und schwache Geweihe. Das Rotwild kommt fast nur in waldfreien Gebieten vor, denn Schottland befindet sich erst wieder in der Aufforstung.
Die Jagdzeit für Hirsche endet am 20.Oktober. Anschließend beginnt die Jagdzeit für das Kahlwild (21.Oktober bis 15.Februar). Die Rotwildjagd findet in der Regel als Pirsch im offenen Gelände statt und dauert den ganzen Tag. In der offenen, nur mit Heide bewachsenen Hügellandschaft ist das Wild gut auszumachen. Doch dieser Vorteil gilt auch umgekehrt - der Jäger wird auch vom Wild leicht eräugt. Um auf Schussweite heranzukommen, ist es deshalb manchmal notwendig, einige Strecken im Kriechgang zurückzulegen. In der deckungslosen Landschaft des schottischen Hochlandes muss oft weit geschossen werden. Es können Schüsse auf 200 Meter vorkommen. Dafür ist eine Patrone mit gestreckter Flugbahn sehr vorteilhaft. Übermäßig stark und von großem Kaliber braucht die verwendete Laborierung dagegen nicht zu sein, denn schottische Kahlwild wiegt selten mehr als 80 Kilogramm. Sehr gut geeignet sind die rasanten Patronen wie 7mm Remington Magnum, 7mm Weatherby oder eines der .300er Magnum-Kaliber, aber auch 8x 68 S.
In einigen Estates kann die Jagd auf Niederwild hervorragend ausgeweitet werden. Kaninchen kommen z.B. hier noch in sehr großen Besätzen vor und geben eine zusätzliche Jagdaktivität, die es bei uns leider immer weniger gibt. Bei Niederwildjagden muß die Gruppe jedoch aus mindestens 4 Schützen bestehen.